Interview mit Buchautor Thommi Baake
Erwin und die Leuchtgiraffen
Donnerstag, 7.10.10 um 15 Uhr
Mit einer spannend-komischen Lesung kommt Autor Thommi Baake am Donnerstag, 7. Oktober 2010, um 15 Uhr in den Mietertreff (Berckhusenstr. 59). Kleinen Besuchern ab sechs Jahren und jung gebliebenen großen Zuhörern wird er dann zwei Geschichten aus seinem ersten Kinderbuch „Erwin und die Leuchtgiraffen“ vorstellen – und alle seine Gäste in das Geschehen tatkräftig mit einbeziehen. Die Blickpunkt-Redaktion hat vorab mit dem vielseitigen hannoverschen Künstler gesprochen.
Blickpunkt: „Erwin und die Leuchtgiraffen“ ist Ihr erstes Kinderbuch, bislang haben Sie nur Kurzgeschichten für Erwachsene geschrieben. Wie kam es dazu?
Thommi Baake: Zum Schreiben bin ich durch die Lesebühne Oral gekommen, die vor fünf Jahren gegründet wurde. Da durften sich die Zuschauer aus vier Themen eines aussuchen. Danach hatten wir vier Wochen Zeit, um zu diesem Thema eine Geschichte zu schreiben. Daraus sind dann auch irgendwann Kindergeschichten entstanden, weil ich eigentlich jetzt – gerade als Erwachsener – viele Kinderbücher lese und ja auch selbst Kinder habe. Irgendwann der Entschluss, selbst auch eines zu schreiben.
Blickpunkt: Das Buch richtet sich nicht nur an Kinder, sondern soll auch für die vorlesenden Erwachsenen ein unterhaltsamer Spaß sein. Haben Sie selbst sich beim Vorlesen für ihre eigenen beiden Kinder manchmal gelangweilt?
Thommi Baake: Nein, das nicht gerade. Aber ich finde, dass es so viele kindertümelnde Kinderbücher gibt, bei denen die Erwachsenen denken ‚Ach ja, das kenne ich schon …‘. Ich wollte einfach den Eltern noch einen weiteren Anreiz schaffen. Meine Geschichten sind sehr fantasievoll und ich habe immer wieder kleine Gags eingebaut, an denen auch die Erwachsenen viel Spaß haben. Sachen, die die Kinder einfach mitnehmen, aber die Erwachsenen wissen genau, was gemeint ist. Es gibt zum Beispiel den bösen Vermieter in einer der Geschichten. Klar, dass den jeder Erwachsene kennt. Oder es taucht mitten in einem Dschungel auf einer Insel, die als unbewohnt gilt, auf einmal ein Dschungelkiosk auf, bei dem Peer Augenklappe eine Machete kauft. Oder es gibt einen weißen Marmorkuchen…. Damit wollte ich eigentlich allen einen Spaß mit bereiten.
Blickpunkt: Welche der fünf Geschichten ist Ihre Lieblingsgeschichte, welche Ihre Lieblingsfigur?
Thommi Baake: Das ist schwer zu sagen. Ich habe sie alle geschrieben und stehe hinter allen. Vielleicht die Geschichte von „Stina und Tims Abenteuer in der Trollstadt“, weil ich die im letzten Dänemarkurlaub geschrieben habe, an den ich schöne Erinnerungen habe. Das ist die längste Geschichte und ich habe die Namen meiner Kinder verwendet. Meine Lieblingsfigur ist eigentlich Kapitän Plastikbein, der ist mir sehr ans Herz gewachsen. Oder Mona, die so ein starkes Mädchen ist. Eigentlich habe ich aber versucht, alle Charaktere des Buches so auszuarbeiten, dass man sie mögen und sich ein Stück weit mit ihnen identifizieren kann.
Blickpunkt: Wird es eine Fortsetzung geben, sind Sie auf den Geschmack gekommen?
Thommi Baake: Ja, auf jeden Fall bin ich auf den Geschmack gekommen. Ich schreibe ja sowieso jeden Monat eine Geschichte, auch für meine Au Baake Show, zu der ich Künstler aus ganz Deutschland einlade. Es wird wahrscheinlich ein Erwachsenenbuch mit Kurzgeschichten und Fotografien von mir geben. Außerdem sind alle Geschichten aus „Erwin und die Leuchtgiraffen“ offen gelassen, so dass man Fortsetzungen schreiben kann. Oder ich schreibe einen Roman, das weiß ich noch nicht. Ich liebe es, vor Menschen aufzutreten. Aber es ist auch sehr schön, sich zum Schreiben ins Cafe zu setzen und da in andere Welten einzutauchen, Figuren zu erfinden und der Fantasie absolut freien Lauf zu lassen.
Blickpunkt: Auf was dürfen sich die Besucher der Lesung im Oktober in Hannover freuen?
Thommi Baake: Erst einmal werde ich zwei Geschichten aus dem Buch lesen. Die Kinder werden in die Lesung mit eingebunden. Ich schlüpfe in die verschiedenen Rollen, die Kinder dürfen zum Beispiel die knarzende Gartenpforte oder Windgeräusche machen. Außerdem singe ich gemeinsam mit den Kindern. Die sind schon voll mit ins Programm eingebunden.
Blickpunkt: Was machen Sie, wenn Sie gerade keine Kinderbücher schreiben?
Thommi Baake: Ich bin sehr vielseitig und habe mich bewusst dafür entschieden, dies zu bleiben. Neben dem Schreiben singe ich und habe mit einem Kollegen gemeinsam ein Programm, ich bin als Komiker unterwegs und bis vor drei Jahren habe ich als Schauspieler fürs Fernsehen gearbeitet, zum Beispiel bei Polizeiruf 110 oder Sesamstraße. Ich bin gerne viel unterwegs in ganz Deutschland. In meiner Freizeit höre ich gerne Musik aller Stilrichtungen, am liebsten die Beatles. Außerdem bin ich ein absoluter Kinofreak und da sehe ich besonders gerne tschechische Filme. Und ich spiele absolut begeistert Volleyball im Hannoverschen Volleyballverein. Das muss mindestens ein Mal in der Woche sein.
Über Thommi Baake:
1962 in Langen bei Frankfurt/Main geboren, spürte Thommi Baake schon früh als „Klassenkasper“ seine Berufung. Seit 1988 ist er mit verschiedenen komödiantischen Solo- und Duoprogrammen auf Deutschlands Bühnen unterwegs. Im Haus der Jugend in Hannover gestaltet der Wahldöhrener seit zehn Jahren regelmäßig Schmalfilmabende zu unterschiedlichen Themen. Außerdem ist er vier Mal im Jahr in der Au Baake Show im Freizeitheim Döhren zu sehen. Seit sechs Jahren schreibt Thommi Baake für Erwachsene und Kinder. „Erwin und die Leuchtgiraffen“ ist als erstes Kinderbuch im April dieses Jahres erschienen.
Gestaltung und Webdesign:
q-wert.net © 2011Impressum | Disclaimer | Kontakt








